Beratung erklärt 2: Ausbildung in psychosozialer Beratung

Beratung erklärt 2: Ausbildung in psychosozialer Beratung

Dies ist die zweite Folge meiner Serie „Beratung erklärt“. In dieser Serie spreche ich darüber, was überhaupt psychosoziale Beratung ist, was für Methoden es gibt und wie sie praktiziert wird. Diesmal geht es darum, wie die Ausbildung in psychosozialer Beratung aussieht. Im Folgenden fasse ich zusammen, was ich in dieser Podcastfolge bespreche.

Zusammenfassung der Folge

Wie immer starte ich mit der Rubrik „Ich gspürmi, ich fühlmi“. Im Moment fühle ich mich wohl, das gute Wetter in letzter Zeit hat mir gutgetan.

Ausbildung für psychosoziale Berater*innen

Es gibt eine Vielzahl an privaten Instituten und Fachhochschulen, die eine Beratungsausbildung anbieten. In der Regel wird kein Studium oder eine Matur vorausgesetzt, dafür aber Arbeitserfahrung. Jedes Ausbildungsinstitut hat hier eigene Voraussetzungen. Die Ausbildung dauert meist drei Jahre berufsbegleitend. Manche bieten über das Jahr verteilt mehrtägige Seminare, andere mehr einzelne Weiterbildungstage. Gewisse Institute legen den Schwerpunkt auf Selbsterfahrung und Übungen, andere eher auf Theorie und Beratungsmodelle. Für den Abschluss muss in der Regel eine schriftliche Arbeit verfasst werden. Eine solche Ausbildung ist nicht billig, Preise variieren je nach Institut, liegen aber schnell bei 20’000 CHF für die drei Jahre.

Die Standards für die Ausbildung in psychologischer bzw. psychosozialer Beratung legt die Schweizerische Gesellschaft für Beratung (SGfB) fest. Dies ist der Berufsverband für psychologisch ausgerichtete Berater*innen. Die SGfB akkreditiert die Ausbildungsinstitute und legt auch die Grundlagen für die Höhere Fachprüfung fest.

Mit der Höheren Fachprüfung kann man nach Abschluss der Ausbildung und 6-8 Jahren Berufserfahrung den Titel «Beraterin bzw. Berater im psychosozialen Bereich mit eidgenössischem Diplom» erlangen. Da der Begriff „Berater*in“ nicht geschützt ist und der Beruf institutionell noch nicht gut verankert ist, lohnt sich meines Erachtens die Höhere Fachprüfung.

Zum Vergleich: Ausbildung für Psychotherapeut*innen

Zum Vergleich: Die Ausbildung in Psychotherapie setzt ein abgeschlossenes Masterstudium in Psychologie voraus, worauf eine berufsbegleitende Weiterbildung von 4-6 Jahren folgt. Auch hier gibt es eine Vielzahl von Instituten, an denen die Weiterbildung gemacht werden kann. Die Preise für die Ausbildung liegen deutlich über denen für die Beratung. Ausserdem wird eine Mindestdauer an Arbeitserfahrung im klinischen Kontext erwartet. Die Weiterbildung wird vom Psychologieberufegesetz PsyG reglementiert, der Berufsverband ist die ASP.

Mein Weg in die psychosoziale Beratung

Ich bin quer in den Beratungsberuf eingestiegen. Viele bringen bereits eine Ausbildung im psychosozialen Bereich mit (z.B. Sozialarbeitende, Sozialpädagog*innen etc). Ich kam aus einem geisteswissenschaftlichen Studium und war nach verschiedenen mässig interessanten Jobs auf der Suche nach einem Beruf, für den ich mich längerfristig interessiere.

Aufgrund eigener Therapieerfahrung wuchs mein Interesse für psychologische Themen und so suchte ich nach einer Möglichkeit, ohne erneutes Studium Menschen mit ihren Themen begleiten zu können. So stiess ich auf den Beratungsberuf. Ich schaute mir verschiedene Institute an und entschied mich nach einem längeren Prozess für das GFK Institut. Bei der Entscheidung war mir Verschiedenes wichtig: Dass ich mich am Institut wohlfühlte, dass die Ausbildung möglichst praxisnah war, dass der Preis nicht zu hoch und dass das Startdatum relativ zeitnah lag.

Zum Schluss: Ein ruhiger Moment zum Herbst

Am Ende der Folge führe ich dich durch eine kurze Sequenz, die du für dich selber üben kannst. Sie soll einen kleinen Einblick geben darin, was für Selbstwahrnehmungs-Übungen wir auch in der Beratung machen könnten. Ausserdem möchte ich dir gerne mit jeder Folge etwas auf den Weg geben, ohne dass ich anfange, Tipps zu geben – denn diese funktionieren nie für alle. Wenn du Lust hast, dann mach mit! HIer ist die schriftliche Version davon.

Mittlerweile sind wir im Herbst angekommen. Die Tage werden kürzer und kälter, es geht langsam Richtung Winter. Wie geht es dir damit?

Was magst du am Herbst? Was sind Dinge, die du daran nicht magst? Fällt dir der Übergang vom Sommer in den Herbst leicht oder nicht?

Was verändert sich für dich mit dem Herbst? Und wie verändert es sich? Was ist mehr, was weniger?

Wie spürst du den Herbst im Körper? Hast mehr oder weniger Energie? Fühlst du dich wohler mit den herbstlichen Temperaturen oder spürst du z.B. Schmerzen?

In der Natur ist der Herbst eine Zeit der Ernte, aber auch des Vergehens, die Fülle des Sommers ist vorbei. Spürst du in deinem Leben, Alltag, Körper davon?

Oder auch im übertragenen Sinn, was vergeht momentan in deinem Leben? Was ist bereit für die Ernte? Was siehst du für Parallelen zwischen deinem Alltag und dem Herbst in der Natur um dich?

Der Herbst ist auch die Vorbereitung auf den Winter – was brauchst du persönlich als Vorbereitung auf den Winter?

Gibt es etwas, das du in deinem Alltag anpassen möchtest, um dich besser auf den Winter vorzubereiten? Möchtest du etwas weniger oder mehr machen? Was braucht dein Körper?

Damit sind wir schon fast am Ende dieser kurzen Übung. Schau noch einmal zurück – gibt es etwas, was dir besonders wichtig scheint? Vielleicht ein bestimmtes Wort, Bild, …? Nimm es mit in deinen Alltag für Orientierung und als Fokus für die nächste Zeit.

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Ich biete psychologische Beratung und mehr an. Schau vorbei auf meiner Webseite www.queer.growing.support für mehr Infos dazu.

Musik:
Morning Routine by Ghostrifter Official, https://soundcloud.com/ghostrifter-official, Creative Commons — Attribution-ShareAlike 3.0 Unported — CC BY-SA 3.0, Free Download / Stream: https://bit.ly/_morning-routine, Music promoted by Audio Library https://youtu.be/lsbbGAKhxLI